Die Bühnenbildnerin Traudl Vogler

Was wäre die Augsburger Puppenkiste ohne Traudl Vogler, die seit 1958 ihr Künstlerleben fast ausschließlich der Marionettenbühne gewidmet hatte. Sie schuf das typische Erscheinungsbild der Puppenkiste mit den Einstecktafeln, die Bühnenbilder und die Ausstattung zahlreicher Fernsehfilme. Walter Oehmichen erkannte ihr Talent und stellte die erst 17-jährige – mit Erlaubnisschreiben ihres Vaters – ein. Zunächst lernte sie das Puppenspiel. Ihr erstes Bühnenbild war 1961 die Urfassung von „So Hi und das weiße Pferd“. Im selben Jahr schuf sie Bühnenbilder, Ausstattung und Inserttafeln des ersten, schwarz-weiß gedrehten „Jim Knopf“.

Unglaublich begabt und doch stets bescheiden, erlebte sie ihre Arbeit als Bühnenbildnerin als ein ständiges „learning by doing“. Ihr Studium an der Akademie der Bildenden Künste half ihr dabei, ihr Talent zu komplettieren. Zu ihren berühmtesten TV-Ausstattungen zählen die Farbversion von „Jim Knopf und Lukas, der Lokomotivführer“, „Jim Knopf und die wilde 13″, „Kater Mikesch“, „Schlupp vom grünen Stern“, „Urmel spielt im Schloss“ und „Lilalu im Schepperland“. Evergreens wurden auch ihre unzähligen Bühnenbilder für fast alle Märchen und Klassiker der Puppenkiste: „Froschkönig“, „Das tapfere Schneiderlein“, „Dornröschen“, „Aladin und die Wunderlampe“. Unvergesslich sind ihre Arbeiten für „Räuber Hotzenplotz“, „Die kleine Hexe“ und „Eine kleine Zauberflöte“. Cornelia Funkes „Als der Weihnachtsmann vom Himmel fiel“, das neben der Kino-Produktion bereits als Theaterstück gespielt wurde, gehörte zu ihren letzten Bühnenbildern.

Leider konnte sie die zauberhafte Wirkung ihrer Arbeit auf der großen Leinwand selbst nicht mehr erleben. Traudl Vogler verstarb im Dezember 2009 in ihrer Heimatstadt Augsburg im Alter von 68 Jahren.